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Erster Coronafall im Ostalbkreis bestätigt

Landrat Pavel informiert am Mittwochmorgen im Aalener Landratsamt über die aktuelle Entwicklung
 
Eine Analyse des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg am gestrigen Dienstag
(3. März 2020) hat für Gewissheit gesorgt: Auch im Ostalbkreis gibt es jetzt einen ersten Coronafall. Wie das Sozialministerium am Abend in einer Pressemeldung bestätigte, ist eine 43-jährige Frau positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden. Landrat Klaus Pavel, die Leiterin des Geschäftsbereichs Gesundheit beim Landratsamt Dr. Ulrike Bopp-Haas und Prof. Dr. Ulrich Solzbach, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Ostalb, informierten am Mittwochmorgen im Rahmen eines Pressegesprächs ausführlich über die aktuellste Entwicklung und die unverzüglich getroffenen Maßnahmen.
 
„Die Patientin, die im Ellwanger Raum wohnt, hielt sich vergangene Woche in Heinsberg in Nordrhein-Westfahlen auf und hat sich vermutlich dort angesteckt“, sagte Landrat Klaus Pavel. „Alle Kontaktpersonen der Erkrankten, die sich in häuslicher Isolation befindet, wurden von unserem Geschäftsbereich Gesundheit gestern noch ermittelt. Bei kritischen Kontaktpersonen haben wir noch am gestrigen Abend Nasen-Rachen-Abstriche vorgenommen und auf schnellstmöglichem Weg dem Landesgesundheitsamt zur Analyse überbracht.“ Pavel betont, dass die Sofortmaßnahmen nach Vorgabe und in enger Abstimmung mit dem Landesgesundheitsamt erfolgt seien.
 
Dr. Ulrike Bopp-Haas berichtete von einem sehr moderaten Krankheitsverlauf der Patientin, die bereits wieder auf dem Weg der Besserung ist. „Eine stationäre Behandlung war nicht erforderlich“, so Bopp-Haas. Beim Gesundheitsamt stehe mit der Telefonnummer 07361 503-1900 eine Hotline für Bürgerinnen und Bürger mit Beratungsbedarf zur Verfügung, die von 8:00 bis 20:00 Uhr täglich geschaltet ist. Am vergangenen Wochenende sowie am Montag und Dienstag seien insgesamt rund 400 Anrufe eingegangen. Seit Montag hat das Landratsamt ein Untersuchungszentrum zur Probenahme außerhalb der Räume des Gesundheitsamts organisiert. Damit will man verhindern, dass Personen, die Krankheitssymptome zeigen und bei denen ein Abstrich genommen werden soll, unnötig mit anderen in Kontakt kommen.
 
Prof. Dr. Solzbach informierte über die Situation an den Kliniken Ostalb in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd: „Wir sind vorbereitet für den Fall, dass wir eine gewisse Anzahl von Patienten zur Isolation aufnehmen können. Im Moment fühlen wir uns gut positioniert.“ Gleichzeitig tritt Solzbach entschieden Gerüchten entgegen, in den Kliniken seien bereits ganze Stationen gesperrt. Auch seien die Kliniken ausreichend mit Schutzmaterialien versorgt.
 
Insgesamt sieht Pavel den Ostalbkreis gut aufgestellt. Unter seiner Leitung treffe sich jeden Tag der Führungskreis Corona, um schnell reagieren zu können, denn die Lage könne sich stündlich ändern. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Gesundheitsamt machen einen guten Job und sind nahezu rund um die Uhr im Einsatz!“, lobt der Kreischef. Pavel will sich zudem beim Land für eine koordinierte Sammelbestellung von Schutzmaterialien für Rettungsdienste und Hilfsorganisationen, Kliniken, Kommunen und niedergelassene Ärzte verwenden, um etwaige Engpässe zu vermeiden. Auch Überlegungen, wie mit größeren Veranstaltungen im Kreis umgegangen werden soll, müsse man mit Blick auf die dynamische Entwicklung anstellen. „Hier gilt es, sich mit den Städten und Gemeinden einerseits, aber auch mit den anderen Landkreisen abzustimmen und eine Linie mit Augenmaß zu finden“, so Pavel. „Denn bei aller Vorsorge dürfen wir unser soziales Miteinander nicht völlig aufgeben!“

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