Gemeinde Auenwald

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Aktuelles

Anpassung der Gebühren im Bereich Wasser und Abwasser

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
 
wie Sie sicherlich dem Amtsblatt der Gemeinde vom heutigen Tag entnommen haben, lässt die Verwaltung derzeit eine Gebührenkalkulation für die Bereiche der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung durchführen. Mit der Kalkulation wurde das renommierte Büro Allevo Kommunalberatung aus Obersulm betraut, welches auf eine jahrzehntelange Erfahrung in diesem Metier zurückblicken kann.

Der im Amtsblatt abgedruckte Text hat verständlicherweise zu Irritationen und auch Verärgerung in der Bürgerschaft geführt, insbesondere im Hinblick auf die potentielle Erhöhung der Gebühren. Hierfür möchten wir uns entschuldigen. Die im Text dargestellten Zahlen stellen lediglich den „schlimmsten“ Fall dar, der bei einer Gebührenanpassung eintreten könnte. Über die tatsächliche und dann anzuwendende Anpassung muss jedoch zunächst der Gemeinderat im Rahmen einer öffentlichen Sitzung beraten und beschließen. Das beauftragte Büro hat uns im Sinne der Rechtsicherheit jedoch darauf hingewiesen, dass eine Vorabinformation an die Bürgerschaft über die Anpassung erfolgen sollte, aus welcher auch der Korridor der Erhöhung ersichtlich ist. Dieser Obliegenheit wollten wir durch die Veröffentlichung nachkommen.

Über die Gebührenkalkulation und die etwaigen Anpassungen wird der Gemeinderat voraussichtlich in der Januar-Sitzung beraten und beschließen. Hierbei können Sie sich sicher sein, dass der Rat die Kalkulation genau prüfen und hinterfragen sowie die Belange der Bürgerschaft sensibel und bedacht abwägen wird.

Dies geschah auch im Rahmen der letzten Kalkulation im Bereich Abwasser aus dem Jahr 2013. Hier hatte der Gemeinderat erkannt, dass eine volle Kostendeckung im Bereich Abwasser der Bürgerschaft gegenüber nicht darstellbar ist und hat daher beschlossen die Kostendeckung auf 75% zu begrenzen, um die Gebührenzahler nicht übermäßig zu belasten. Grundsätzlich sieht das Kommunale Abgabegesetz (KAG) eine volle Kostendeckung vor, der Gemeinderat ist hiervon jedoch zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger abgewichen. Die bewusste Kostenunterdeckung führte jedoch dazu, dass sich über die Jahre sehr hohe Verluste aufsummiert haben, welche wiederum im Rahmen einer neuen Kalkulation berücksichtigt werden können. Dies erfolgte, zumindest zu einem gewissen Teil, auch im Rahmen der jetzigen Kalkulation, weshalb der genannte Korridor für die Gebührenanpassung entsprechend groß ist. Der Gemeinderat hat allerdings auch in diesem Punkt die Entscheidungshoheit und kann festlegen, ob bzw. welche Verluste in der Kalkulation berücksichtigt werden sollen. Weitere Treiber für die potentielle Gebührenanpassung sind unser weitläufiges Kanalnetz, unsere vielen Regenklär- und Regenüberlaufbecken sowie unsere Pumpwerke, welche allesamt einen hohen Unterhaltungs-und Bewirtschaftungsaufwand erfordern. Auch die Kanalsanierungsmaßnahmen sowie die neuen Kanäle in den Baugebieten schlagen sich über die kalkulatorischen Kosten entsprechend in der Kalkulation nieder.

Im Bereich der Wasserversorgung stellt sich die Situation nicht so dramatisch dar, da hier die Verlustvorträge deutlich geringer ausfallen, dennoch könnte es auch hier zu empfindlichen Anpassungen bei der Gebühr kommen. Bei der jetzigen Kalkulation wurde ein gewisses Augenmerk auf den Ausgleich der sogenannten Fixkosten gelegt, weshalb u.a. die Grundgebühr deutlich angehoben werden soll. Durch diese Maßnahme kann die Gemeinde die anfallenden Fixkosten besser decken, selbst wenn es zu starken Schwankungen im Wasserverbrauch bei der Bürgerschaft kommt. Beim Korridor für die Erhöhung ist, wie beim Bereich Abwasser, die Weitläufigkeit unseres Wasserversorgungsnetzes zu berücksichtigen und die damit einhergehenden Aufwendungen für die Unterhaltung und Bewirtschaftung. Des Weiteren hat sich der Wasserbezugspreis bzw. die Umlage an die Jagstgruppe in den vergangenen Jahren stark erhöht, was sich natürlich auch unmittelbar bei den Aufwendungen der Gemeinde für den Wasserbezug bemerkbar macht (Erhöhung von 1,064 €/m³ im Jahr 2019 auf 1,211 €/m³ im Jahr 2021).

All die genannten Punkte bilden die Grundlage für die Gebührenkalkulation bzw. fließen unmittelbar in die Gebührenberechnung mit ein. Ich möchte aber nochmals betonen, dass es sich hierbei lediglich um eine Kalkulation handelt und der Gemeinderat letztendlich über die entsprechende Anpassung der Gebührensätze zu beschließen hat. Von diesem Recht werden die Rätinnen und Räte sicherlich behutsam und bedacht Gebrauch machen. Ich bitte Sie daher die Beratung im Gemeinderat abzuwarten, denn erst hiernach wird die tatsächliche Gebührenanpassung feststehen.

Mit freundlichen Grüßen
 
Tobias Schneider
Bürgermeister